Geschichte

Brandverzeichnis 1873 – 1973

(Festschrift 21.06.1973 – 24.06.1973)

17.11.1890 Totalbrand von Stadel und Remise bei Leonhard Maier in Stoffenried, 22:00 Uhr – Ursache unbekannt.
17.01.1891 Totalbrand des Wohnhauses von Leohnhard Maier in Stoffenried, 06:30 Uhr – Ursache unbekannt.
20.04.1895 Bayerlander Alois und Leonhard Schmid in Waldstetten – Totalbrand des Wohnhauses Bayerlander, 21:00 Uhr – Ursache unbekannt.
26.09.1895 Strohhaufenbrand außerhalb des Dorfes bei Xaver Schlosser, Ellzee.
22.03.1897 Totalbrand einer Scheune bei Nepomuk Kranzfelder in Ellzee, 16:30 Uhr – Ursache unbekannt.
21.09.1897 Totalbrand einer Scheune bei Gottfried Bader, Stoffenried, 07:00 Uhr – Ursache unbekannt.
08.03.1899 Brand eines Strohhaufens neben dem Anwesen Georg Aumann in Hausen – kein Gebäudeschäden.
30.10.1899 Strohhaufen bei Jakob Seitz in Hausen, 24:00 Uhr.
31.10.1899 Totalbrand des gesamten Gebäudes bei Gaudenz Kuhn, Stoffenried, 05:00 Uhr.
15.09.1900 Nepomuk Kranzfelder in Ellzee, 22:50 Uhr, gesamte Anwesen abgebrannt – Ursache unbekannt.
24.10.1902 Stockwerksbrand bei Josef Seitz in Ellzee, 01:00 Uhr – Ursache unbekannt.
21.02.1903 Totalbrand in Wattenweiler, gesamte Anwesen – ein Name ist nicht genannt.
01.12.1903 Großbrand bei Theobald Schiller und Johann Maier in Waldstetten, 18:15 Uhr – bei ersterem das ganze Anwesen, bei letzterem zwei Scheunen – Ursache unbekannt.
06.09.1904 Großbrand bei Lorenz Halbritter und Josef Ritter in Ellzee, die beiden Anwesen sind total niedergebrannt. Für die umliegenden Gebäude bestand große Gefahr. Ursache: Ein Knabe zündelte am Strohhaufen im Hofe Halbritter, 11:00 Uhr.
24.04.1905 Bei Josef Hafner in Hausen das ganze Anwesen, 02:00 Uhr – Ursache unbekannt.
25.08.1907 Brand in Waldstetten – es ist kein Name angegeben
22.10.1907 Brand in Ellzee – wiederum fehlt der Name
20.11.1909 Dachbrand bei Georg Walk in Ellzee, 12:00 Uhr, Wohnhaus nur teilbeschädigt – Ursache: Der dreijährige Sohn zündelte.
23.02.1910 Brand in der Riedmühle – nähere Angaben fehlen
20.08.1911 Brand eines Strohhaufens bei Leonhard Seitz in Ellzee
03.04.1925 Stockwerksbrand im Heuboden über der Stallung bei Georg Moll (untere Wirtschaft), 08:00 Uhr.
30.12.1927 Großbrand in der Riedmühle – auch hier fehlen nähere Angaben.
16.01.1954 Totalbrand des Holzschuppens mit Schweine- und Hühnerstall bei Jakob Mahler in Ellzee, 01:15 Uhr – Ursache: Aschefunken.05.1954 Brand bei Rittler in Hausen
23.05.1955 Brand eines Stadels bei Lehner in Stoffenried, 01:00 Uhr
28.07.1958 Brand bei Hans Hausmann, Ried bei Behlingen.
14.07.1960 Totalbrand des freistehenden Stadels mit Hühnerstall bei Elsa Schick in Ellzee, 22:25 Uhr
21.06.1963 Abtragung des stark erhitzten Heustocks bei Josef Schick in Ellzee, 18:30 Uhr
24.12.1963 Kellerbrand bei Leo Ost in Ellzee, 08:15 Uhr
10.04.1969 Brand im Staatswald bei Stoffenried, 12:15 Uhr – Ursache: Unachtsames Wegwerfen eines Zündholzes.
18.04.1970 Gras- und Waldbrand nördlich von Ellzee – Ursache: vermutlich zündelnde Kinder
04.04.1973 Gras- und Waldbrand südwestlich der Riedmühle

Vorstände und Kommandanten

Vorstände:

1873 – 1890 Franz Walk
1890 – 1896 Otto Goßner
1896 – 1924 Pius Fischer
1924 – ? Edmund Seitz
1954 – ? Leonhard Kempfle
1974 – 1996 Josef Lutzenberger
1996 – 2014 Manfred Rittler
2014 – heute Simon Bauch

Kommandanten:

1873 – 1887 Lorenz Seitz
1887 – 1907 Leonhard Seitz
1907 – 1931 Johann Walter
1931 – 1947 Leonhard Seitz
1947 – 1974 Josef Huber
1974 – 1979 Ludwig Urban
1974 – 1990 Leonard Ost
1990 – 2002 Willibald Kempfle
2002 – 2015 Stefan Fischer
2015 – heute Christian Schmucker

Entstehungsgeschichte

Der Hauptbaustoff für alle Häuser und auch Kirchen war in frühester Zeit das Holz. Später kamen die sogenannten Riegelhäuser. Da wurden die Lücken zwischen den Balken mit Flechtwerk oder Faschinen ausgefüllt und mit Lehm verputzt. Decken und Böden der Räume waren selbstverständlich aus Holz. Stroh oder Schilf deckten in unserer Heimat die Dächer. Als Beleuchtung diente der Kienspan. An seine Stelle traten später Kerzen, einfache Laternen und Petroleumlampen, bis kurz vor dem ersten Weltkrieg das elektrische Licht einzog. Kein Wunder, dass bei dieser Bauweise, der primitiven und gefährlichen Beleuchtung oft der Feuerruf durchs Dorf ging. Dabei ist ganz klar, dass sich schon zu diesen Zeiten die Menschen gegen das Feuer schützten. Als erste Löschgeräte benutzte man Feuereimer aus Leder. In jedem Haus mussten sie im Flur griffbereit stehen. Bei Brandfällen schrien Feuerkünder durch den gesamten Ort: „Es brennt“. Die Leute auf dem Feld und in der Nachbarschaft wurden durch Sturmläuten gerufen, Feuerreiter eilten von Ort zu Ort.
Schon vor Gründung der Freiwilligen Feuerwehren bestand also ein gemeindliches Löschwesen. So wurde in Ellzee 1832 eine Krückenspritze für 50 Gulden beschafft. 1835 schlug bei einem winterlichen Schneesturm mit Gewitter der Blitz in den Kirchturm zu Ichenhausen. Die ganze Stadt war wegen des furchtbaren Sturmes bedroht. Neben allen anderen umliegenden Gemeinden ist auch Ellzee genannt, das hilfreich herbeieilte. Das Königlich Bayerische Landgericht sprach im Günzburger Wochenblatt allen Beteiligten „öffentlichen Dank“ aus. 1871 kaufte die Gemeinde eine Feuerlöschmaschine für 500 Gulden, für die damalige Zeit ein großer Aufwand. 2 Jahre später wurde die Freiwillige Feuerwehr Ellzee gegründet. Das Gründungsprotokoll hat folgenden Wortlaut:
„Die Freiwillige Feuerwehr Ellzee wurde am 24.02.1873 durch den damaligen Bürgermeister Walk und eine Anzahl hiesiger Bürger gegründet, welche sich am 01.03.1873 desselben Jahres dem Bayerischen Landes-Feuerwehrverband anschloss. Nachdem die Freiwillige Feuerwehr gegründet war, wurde zur Wahl des Ausschusses geschritten, wovon nachstehende Herren gewählt wurden:

Vorstand: Franz Walk
Kommandant: Lorenz SeitzZugführer: Wendelin Walk
Zugführer: Josef Schick
Zugführer: Michael Ost
Zeugwart: Konrad Fähnle

Dieses erste Protokoll besagt auch, dass wegen geringer Zahl der Feuerwehrmänner auch solche, die erst das 16. Lebensjahr vollendet haben, aufgenommen werden. Die Arbeit selbst begann mit einer recht dürftigen Ausstattung. Vorhanden waren lediglich die Krückenspritze aus dem Jahr 1832 und die 1871 beschaffte Feuerlöschmaschine, natürlich handbetrieben, aber immerhin auf Rädern transportierbar. 1874 wurde das erste wichtige Gerät beschafft: Leitern, Feuerhaken, Feuereimer, Signalhörner und natürlich Helme. Aus der Zahl der beschafften Helme lässt sich schließen, dass sich die Zahl der Aktiven damals auf etwa 50 Mann belief. 1852 wurden mit einem Zuschuss des Bayer. Feuerwehrverbandes, Schläuche und Rettungsseile gekauft. In Jahr 1894 war in Ellzee Inspektion mit Bezirks-Feuerwehrversammlung und 4 Jahre später konnte der Verein das 25-jahrige Jubiläum feiern. Weitere Anschaffungen waren: 1904 der Erwerb einer Saug- und Druckpumpe, 1906 der Kauf neuer Helme und drei Jahre darauf der Kauf der ersten Dienstblusen. 1914 wurde in Ellzee der Bezirksfeuerwehrtag abgehalten, wobei der Wehr für die gezeigten Vorführungen hohes Lob gezollt wurde.
Im 1. Weltkrieg wurden 51 Feuerwehrmänner zu den Fahnen gerufen, 7 von Ihnen kehrten nicht mehr heim. Ihrer ist in der Chronik der Feuerwehr ehrend gedacht, es sind dies: Josef Ritter, Heinrich Walk, Anton Hoser, Adelbert Hoser, Melchior Jehle und Ulrich Stehle.
1923 beging der Verein die Feier des 50-jährigen Jubiläums mit Festgottesdienst, Festzug durchs Dorf, Festkonzert und Theater.
1933 bis 1945 fehlen wegen der Hitlerzeit sämtliche Eintragungen.
Im 2. Weltkrieg starben folgende Feuerwehrmänner: Fritz Walter, Karl Gastel, Josef Herkommer, Matthias Burkhart, Eduard Meitinger, Josef Mahler, Josef Kugler, Alfons Schlosser, Johann Stöckle, Josef Schmid, Josef Bissinger und Anton Walter.
In den Jahren 1945 und 1959 ist jeweils der Kauf einer Motorspritze zu verzeichnen, während 1958 der Molkereibesitzer Wilhelm eine TS/8 kostenlos zur Verfügung stellte. 3 Gruppen legten in den Jahren 1962 bzw. 1963 das Leistungsabzeichen erfolgreich ab. 1960 erbaute die Gemeine das jetzige Feuerwehrgerätehaus mit Schlauchturm.
Zur Einweihung des Feuerwehrhauses beschaffte sich der Verein eine neue Fahne und so gab es am 25.06.1961 ein Doppelfest: Einweihung des neuen Feuerwehrhauses mit Fahnenweihe. Die Weiheakte vollzog der bereits verstorbene Pfarrer Seiter, Wattenweiler. Der Festgottesdienst fand auf dem Dorfplatz bei der Molkerei Wilhelm statt, Festplatz war der Schulgarten. Als Patenverein fungierte die Wehr aus Unterwiesenbach. Am Festzug nahmen damals 30 Wehren aus den Landkreisen Krumbach, Günzburg und Neu-Ulm teil.
Im Frühjahr 1973 beschaffte die Gemeinde eine neue Alarmsirene und ein Löschfahrzeug LF/8, das anlässlich der Feierlichkeiten des 100-jährigen Gründungsjubiläums der Freiwilligen Feuerwehr übergeben wurde.